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Wahre Weihnachtsgeschichten zum Nachdenken

Eine Weihnachtsgeschichte, wie es früher einmal war

 Weihnachten anno 1954
 Erinnerungen von Alois Keiblinger

   Kapitel 1: Ein Kind ist geboren


Baby - alte WeihnachtsgeschichteEs ist ein sonniger Tag im Frühjahr 1954, als der Holzfäller seine Gattin, die vor kurzem ein Kind geboren hatte, aus der Klinik abholt.

Für den kräftigen, an grobe Arbeit gewöhnten Mann war es nicht einfach gewesen, die anderen beiden Kinder zuhause im Alter von einem und vier Jahren  zu versorgen, während seine Frau das dritte Kind im Spital zur Welt brachte.

Aus diesem Grund hat die arme Frau die Klinik gleich am Tag nach der Geburt wieder verlassen müssen.

Sie stapfen durch den matschigen Schnee die schmale, gewundene Straße aufwärts.

Die Frühlingssonne hat heute schon ganze Arbeit geleistet, in kleinen Bächen fließt das Schmelzwasser talwärts. Auf den Wiesen sieht man schon die ersten Frühlingsblumen durch das winterliche Weiß blinzeln.  Es wird nicht mehr lange dauern und der Schnee wird gänzlich verschwunden sein.

Unterwegs treffen sie immer wieder Bekannte, die ihnen zur Geburt des Kindes gratulieren. Als sie ca. die Hälfte des Weges hinter sich haben, kommt ihnen die Frau des Pferdefuhrwerkers entgegen. „Ja, wen habt ihr denn da im Arm? Ist das euer Jüngstes? Lasst es mich doch mal ansehen!“

Der Vater, der das Kind in einer Decke im Arm trägt, schlägt diese auf und beginnt den Wickelpolster des Babys aufzuwickeln. Er stellt sich dabei so ungeschickt an, dass ihm seine Frau das Baby abnimmt und dabei feststellen muss, dass er das Kind die ganze Zeit verkehrt herum – mit dem Köpfchen noch unten – getragen hatte.

„Mei ist das Kind süß, so klein und zart, die Händchen und Füßchen so winzig!  Wie strahlend blau die Augen sind, und blonde Löckchen hat es auch schon!

Ist bestimmt ein Mädchen, ja?  Wie wird es denn heißen?“

Die Mutter ist von der Geburt und von dem weiten Weg in der frischen, kalten Luft noch ziemlich mitgenommen. Es wäre ihr lieber gewesen, wenn es ein Mädchen geworden wäre. Es wär halt einfach praktisch gewesen, denn sie hatte schon ein Mädchen welche aus ihren Sachen rausgewachsen war. Es war zwar auch ein Bub da, doch dieser war erst ein Jahr alt, zu wenig Altersunterschied  für die Wiederverwendung von Kleidung!

Und die Anschaffung von neuer Kinderkleidung wird finanziell ein großes Problem werden.

Die letzten Tage der Schwangerschaft waren schwierig gewesen. Es gab niemanden, der ihre harte Arbeit erledigt hätte. Bis zuletzt hatte sie gekocht, die Kinder versorgt, die Sachen für das Baby vorbereitet. Vor allem die Wäsche zu waschen war ihr sehr schwer gefallen. Den Waschküchenofen anzuheizen, die Wäsche auszukochen, mit der Waschrumpel zu reinigen und dann noch zu spülen und auszuwinden, das war für eine Hochschwangere echt unzumutbar. Doch was sollte sie machen, der Mann konnte oder wollte ihr dabei einfach nicht helfen. Wenn sie wenigstens eine von diesen einfachen, handbetriebenen Wäschepressen gehabt hätte  - allerdings war eine solche finanziell momentan nicht leistbar. Sie waren froh, wenn das Geld für einfaches Essen reichte.

Langsam hatte die Frau das Gefühl, aus ihren Problemen nie rauszukommen. Und dann kam auch noch diese nicht geplante Schwangerschaft.

Langsam fragte sie sich, wofür sie Gott bestrafen wollte.

 Nach dem Krieg war sie mit ihren Eltern aus dem Sudetenland ausgesiedelt worden. Dort hatten sich ihre Eltern im Laufe der Jahre eine gutgehende Existenz mit einem Bauernhof aufgebaut. Ihre Familie waren wohlhabende, geachtete Leute gewesen. Der Vater war jahrelang Ortsvorsteher -  nach dem Krieg hatte man ihnen alles weggenommen, von einem Tag auf den anderen mussten sie ihre geliebte „Hoamat“ verlassen – obwohl sie alles andere als Nazis waren.

Ihr Vater hatte die Aussiedelung nicht überlebt, ein Teil der Familie war nach Deutschland gegangen, der Rest war in Österreich untergekommen, in der Nähe Wiens.

Da hatte sie auch ihren späteren Mann kennengelernt, der soeben aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekommen war. Dieser hatte einen Job als Holzfäller bekommen  -  und als Wohnmöglichkeit ein Holzblockhaus tief im Wald.

Dort gab es allerdings keinen Strom, kein Gas, keinen Kanal, keine Wasserleitung – und jetzt hatten sie schon drei Kinder!

Doch das war gottgewollt  -  der Herr weiß was er tut, es ist einfach sein Wille, dass es so kommt wie es kommt.

 Als sie in der Klinik das neugeborene Baby auf dem nackten Bauch liegen hatte, war sie von ihren Gefühlen übermannt worden. Dieses winzig-kleine bisschen Mensch, so hilflos, so ausgeliefert.

Ihre Mutterinstinkte waren plötzlich so stark, dass sie das Gefühl hatte, Berge versetzen zu können. Gott hatte ihr dieses kleine Wesen geschenkt, es war gesund und das war alles was zählte. Alles andere war nur von ihr abhängig. In ihren bisherigen 31 Lebensjahren hatte sie schon viele Probleme zu bewältigen gehabt, sie wird auch dieses lösen.

Sie wird dafür sorgen, dass dieses kleine Ding eine Chance im Leben bekommt, eine bessere Chance als sie gehabt hatte!  Und es war völlig egal, dass es ein Bub und kein Mädchen geworden war.

 „Es ist ein Bub, er wird Alois heißen!“ ist ihre knappe Antwort.


Weiterlesen: "Der Krampus kommt"

 

Diese besinnliche, alte Weihnachtsgeschichte beruht auf wahre Begebenheiten mit Ursprung in Österreich, Wien-Nähe  (Purkersdorf-Baunzen)


In diesem Kapitel verwendete Begriffe lokalen Ursprungs übersetzt:
Hoomat = Heimat
*HINWEIS! NICHT ALLE KAPITEL SIND FÜR KINDER UNTER 9 JAHRE GEEIGNET !

Diese wahre Weihnachtsgeschichte wurde unzensuriert publiziert wie vom Autor nacherzählt. Zwei Kapitel sind erst für Kinder ab 9 Jahre oder älter geeignet wegen "Gewalt" und "Sexuellen Handlungen":
Kapitel 5 "Kriegserzählungen"
und

"Kapitel 8 "Sexuelle Gewalt gegen Kinder"
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Diese wahre Weihnachtsgeschichte in 10 Kapitel steht Ihnen auch als komplettes PDF zur Verfügung.

   Historische Weihnachtsgeschichte wie es damals war


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