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Weihnachtsgeschichte für Kinder

Die Christnacht der Weihnachtsbäume

 von
Gitta Herzog

Tannenbäume

 „Was wollen nur die vielen Leute hier?“, fragten sich die Nadelbäume und schüttelten unwillig ihr Tannenkleid. Sie fühlten sich   in ihrer heiligen Ruhe gestört und schauten skeptisch auf die Menschen welche mit kritischen Blicken die Bäume taxierten. Als es dann zu einer Entscheidung führte hörten die Bäume sie sagen:“ Morgen holen wir den großen da, der passt genau zu unserem Innenhof“. Kaum gesagt waren sie auch schon verschwunden.  Entsetzen machte sich bei den grünen Gesellen breit. „Was heißt das sie wollen dich holen Väterchen?“ fragte eine kleine Tanne leise. „Immer zur Weihnachtszeit, da suchen sich die Menschen die schönsten Nadelbäume im Wald aus, fällen sie und schmücken sie dann mit Glitzerzeug und Elektrokerzen. So stehen ihr dann ein paar Tage in ihrem Festgewand und danach werden sie wieder entsorgt, verbrannt, einfach weggeschmissen.

„Das dürfen wir nicht zulassen“ weinte die kleine Tanne und schüttelte sich vor Gram.“

„ Bis jetzt konnte kein Baum sich diesem Schicksal erwehren, erinnerte sich der hoch gewachsene  Baum seufzend, es war alles eine Frage der Zeit bis sie auch mich holen. „ Auch ihr werdet nicht mehr lange da stehen, meinte er traurig.  Ein kleiner aufgeweckter  etwas strubbelig aussehender Kerl fing an zu protestieren. „Was soll denn das, wir lassen uns doch nicht einfach hier weg holen , das ist doch unsere Heimat, hier haben sich die Samen unserer Eltern ausgeschlagen und so sind wir dann entstanden. Wir wollen nicht so abgeholzt werden, wenn sterben, dann auf eine natürliche Weise. Auch wir haben ein Recht auf dieser Erde so zu leben wie es uns gebührt!“

„Du hast vollkommen Recht“, ertönte eine tiefe Stimme von ganz oben. Alle streckten verwundert ihre Kronen gen Himmel und sahen den kugelrunden Mond strahlen. „Ich kann euch helfen, aber ihr müsst dazu diese Gegend verlassen und ich werde  euch zu einer wunderschönen Wiese führen wo ihr vor den Menschen nichts zu befürchten habt.

Ein Raunen ging durch den Wald und jeder wollte die Hilfe des Mondes annehmen. „Wenn wir alle gehen, dann ist keiner alleine“. Ich bleibe, meinte eine mittelgroße Fichte trotzig“.  Sie schwellte ihr  Nadelkleid und sprach hochmütig. „ Ich möchte gerne mal in so einem schönen Glitzerkleid mit Kerzen geschmückt in einem Zimmer stehen, da ist es mir egal wie lange ich noch lebe“. Fassungslos starrten alle auf die „Eitle“, wie sie von den Anderen schon immer genannt wurde. „Nun gut, es ist deine Entscheidung, wenn du hier bleiben willst, dann werden wir dich nicht länger überreden mit zukommen.“  „Nun aber rasch „, rief der Mond und passt auf eure Wurzeln auf.

Einfach war es nicht die langen knurzeligen und  zarten Wurzeln aus dem Boden zu ziehen, doch als es alle mit Ächzen und Stöhnen geschafft hatten, da führte Gevatter Mond die Auswanderer mit seinem hellen Lichtschein in ihre neue Heimat. Als sie noch einmal zurückblickten sahen sie eine aufgewühlte mit dicken Schollen versehene Einöde auf der nur noch ein einziger Baum genussvoll sich windend auf dem trostlosen Feld stand.

„Ihr werdet schon sehen, ich werde die allerschönste Fichte der ganzen Welt werden und ihr bleibt euer Leben lang mit der schmutzigen Erde verwurzelt.

Doch all das hörten die Bäume schon nicht mehr. Da war ein Gestampfe und Getrippel über Wiesen, an Straßen vorbei, sogar über einen Berg mussten sie wandern. Doch die Angst abgeholzt zu werden und im Kaminofen zu enden war doch großer als diese Strapaze die der Mond ihnen zumutete.

Die Nacht und der aufkommende zähe Nebel waren ihre Helfer. Denn oft war es gefährlich wenn Autos an ihnen vorbeifuhren. Da blieben sie wie angewurzelt stehen und bewegten sich nicht bis der grelle Scheinwerfer vorbei war. Ein großer Truck brüllte ihnen in die sensiblen Ohren und da sahen sie mit Erschrecken, dass er auf seinem Anhänger viele viele frisch geschlagene Weihnachtsbäume aufgestapelt hatte. Bei diesem Anblick gefror sie der Lebenssaft fast im Geäst. „Nichts wie weg“! schrie einer atemlos und die Kolonne bewegte sich in einem solchen Tempo das  der Schnee unter ihren Wurzeln wie Staub davon flog. „Jetzt könnt ihr langsamer werden“, meinte der Mond mitleidvoll. Hier seid ihr in Sicherheit und drüben ist auch schon euer neues Zuhause. Außer Atem aber doch glücklich endlich am Ziel zu sein purzelten einige übermütig die Böschung hinunter und landeten auf einer herrlichen Schneewiese. Umrahmt von einem Gebirge im Hintergrund, einem See ganz in der Nähe. „ Oooo ist das schön“ raunten die Bäume. Jeder suchte sich einen für ihn passenden Platz an dem er sich nach Herzenslust ausbreiten konnte. Kräftig buddelten sie ihre Äste in den harten Boden um wieder Kontakt mit ihrer Mutter Erde zu bekommen.

 Der Mond war mit seiner Truppe zufrieden, der Nebel verflüchtigte sich und die kalte Morgendämmerung überzuckerte die jetzt recht müden Gesellen und jeder bekam ein wunderschönes Winterkleid verpasst.

Gähnend bedankten sich einige noch bei ihren Helfern während die Anderen schon eingeschlafen waren.

Sie schliefen den ganzen lieben langen Tag und merkten nicht einmal wie neugierig die Rehe an ihren Stämmen herumschnupperten. Auch eine große Schar von Spatzen huschte in ihren Ästen und zankten sich schrecklich um den besten Platz.

Doch als es wieder Abend wurde und der gute Mond auf dir Bäume hernieder schien, da wurden sie auf einmal munter. Es war ja wirklich eine sehr ungewöhnliche Aktion für die Bäume, das musste man schon zugeben. Wieder gab es eine Menge zu bestaunen. Denn ihr Nadelkleid hatte nun auch gläserne Eiszapfen an ihren verschneiten Ästen. Ihre Tannenzapfen wurden von Frau Holle mit weißen duftigen Hütchen versehn und das  Mondlicht strahlte so golden auf  sie herab, dass  sie sich nur staunend anblickten. Auch die Sterne hatten ihren Spaß an den Abenteurern und sie schüttelten ihren Staub auf die Aste dass sie  vor deren  Anblick so hell wie noch  nie blinkten. 

„Heute ist die Christnacht“, da bekommt die Natur ihr schönstes Kleid „erklang die Stimme eines hell erleuchteten Komets.

 Da stimmten die Bäume ihm zu. So hatten ihre Zweige noch nie gefunkelt und geblinkt.

 „Wenn das die „Eitle“ sehen würde, dann würde sie vor Neid ihre grüne Farbe verlieren“, lachten sie übermütig. Denn sie waren sich alle einig, dass keine Menschenhand diese Schönheit in ihre Nadeln zaubern konnte wie es die Natur vermag.

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