Weihnachten feiern
 
 deutsche Weihnachtslieder
 
 Weihnachtsgeschichten und Gedichte
  Nikolausgeschichten & Gedichte
  Geschichten für Kinder
  Geschichten für Erwachsene
  Geschichten zum Nachdenken
  Kleine Weihnachtsgeschichten
  historische Geschichten
  Weihnachtsgedichte  
 
Weihnachten Ausmalbilder & Basteln mit Kinder  
 
Weihnachtsbäckerei 
 
Weihnachtsseiten
SiteMap
Die etwas andere Weihnachtsgeschichte für Kinder ab 10 Jahre, Jugendliche und Erwachsene. Diese Weihnachtsgeschichte hat lustige Elemente und kann von einer Person vorgelesen, aber auch mit verteilten Rollen gelesen werden. Mit einigen kleinen Accessoires kann sie sehr schnell und leicht Grundlage zum szenischen Spiel sein.

 


 Eine Weihnachtsgeschichte von Antje Jortzik-Paschek


Leute, es ist soweit!
Jedenfalls fast.
Weihnachten.
Super.

Endlich Ferien und nix tun.

Keine Schule, lange schlafen, ab 16.00 Uhr langsam aufraffen  und rausgehen.

Davon träume ich, seit ich vorgestern endlich die letzte Klassenarbeit abgegeben habe.

Die einzige anstrengende Ferienaktion:

Heiligabend die Geschenke unterm Baum hervorkramen und auspacken. Aber danach gehe ich gleich in den Ruhe-Modus und  werde auf dem Sofa liegen und zocken.

Suuuper. 

Wichtig dafür ist natürlich der Weihnachtsbaum.
Der ist sogar sehr wichtig.
Sonst nerven die Kleinen. Bei uns sind es zwei: Janik und Finja.

Deshalb waren wir gestern im Wald, um den Baum auszusuchen. Direkt vom Feld. Natürlich nicht klauen – nein! Wir waren auf einer riesigen Weihnachtsbaumfreilandplantage. Meine Mutter findet solche  Natur-Pur- Sachen prima. Naja und wir machen eben mit. Einerseits finden wir Mama  prima, andererseits haben wir auch gar keine Wahl.

Im Dämmerlicht stapften wir im Schnee zwischen den Bäumen herum und suchten nach dem schönsten.  Finja und Janik umkurvten jede Tanne, schrien grässlich laut und heulten jämmerlich, als sie sich an den Nadeln stachen.

Ich ging tiefer in den Wald, um dem Kleinkind-Generve zu entkommen. 

Sanft fielen die Flocken und ich bemerkte gar nicht, dass ich weiter lief als ich wollte, mitten hinein in den Winterwald. Zum Glück!!

Das Dämmerlicht veränderte sich. Es schimmerte orange, feuerfarben, zwischen den dunklen Tannen.
Feuerfarben???

Zögernd schlich ich weiter. Der Schnee dämpfte meine Schritte.
Ganz leise und vorsichtig blickte ich durch die Tannenzweige:
Ein Lagerfeuer, mitten im Wald und davor ein Mann im dunklen Mantel.

„Komm ruhig her“, sagte er mit freundlicher Stimme.
„Wie haben Sie…?“
„Ich sehe fast alles, hören kann ich auch fantastisch“, unterbrach er mich.

Langsam ging ich um die Tannen herum auf das Lagerfeuer zu. Der Mann saß auf einem gemütlichen roten Sessel, die schwarzen Stiefel abgestreift, in Ringelsocken vorm Feuer und trank  heiße Schokolade.

„Willst du auch eine Tasse?“, fragte er.
„Was tun Sie hier?“, fragte ich.
„Siehst du doch. Ich sitze am Lagerfeuer im Wald und trinke heiße Schokolade.“

Schimmerte sein Mantel rot?
Und seine Mütze auch?
Stand der zweite Sessel eben auch schon da?

„Setz dich doch“, sagte der Mann und nickte auffordernd.

Verwirrt setzte ich mich und schon hielt ich eine dampfende Tasse Schokolade in meinen Händen.
Wo kam die denn her?
„Wer sind Sie?“

„Der Weihnachtsmann“, antwortete er gelassen.  „Und - ich habe keine Lust mehr.“

„Klar, und ich bin der Osterhase“, sagte ich und grinste.

„Da hörst du es!“, rief der Mann und blickte zur Seite.

Tststs, es ist doch nur ein Junge in der Pubertät. Den darfst du nicht so ernst nehmen!“, rief eine Stimme aus dem Gebüsch. Ein kleines Wichtelmädchen wuselte sich durch die dichten Zweige.

Sie starrte mich bitterböse an. „Du hast mir gerade noch gefehlt. Noch so ein Bengel, der nicht an den Weihnachtsmann glaubt, sogar, wenn er seinen Kakao trinkt“, schimpfte sie und dabei versprühte sie winzige blauglitzernde Funken.

„Ich mach sowieso nicht mehr weiter“, sagte der Mann fröhlich.  „Auf diesen Osterhasen kommt es gar nicht mehr an!“ und er räkelte sich gemütlich in seinem roten Sessel.

„Ich glaub, ich spinne“, dachte ich. „Ich bin fast 16 Jahre alt und weiß ganz genau, dass es keinen Weihnachtsmann gibt!

Ich glaubte einfach nicht, was ich sah. Verwirrt starrte ich auf den Mann im schwarzroten Mantel. Er trug sogar einen Bart, war aber gertenschlank, noch nicht einmal ein Bauchansatz war zu sehen.

Sollte es tatsächlich…???  „Nee, kann nicht sein“, murmelte ich und trank einen Schluck. Es schmeckte himmlisch, ein bisschen nach Zimt.

„Was kann nicht sein, hm?“, kam es zornig vom Wichtelmädchen.

„Das er es nicht ist? Obwohl du ihn vor dir siehst, seinen Kakao trinkst und wahrscheinlich sogar eine Weihnachtsmann-Boxer-Shorts  trägst?“ Wieder versprühte sie kleine Wutfunken. Ich traute meinen Augen kaum.

„Wie sollte ich durch schmale Türen, Fenster und Schornsteine kommen, wenn ich rund um die Hüften und weißhaarig wäre?“, fragte der Mann.

Jetzt  traute ich auch meinem Verstand nicht mehr. Er konnte auch noch Gedanken lesen!

„Aber wie gesagt, ich mach sowieso nicht mehr weiter“, fuhr er fröhlich fort.  „Endlich Weihnachtsferien! Suuper!!  Sollen doch die anderen weitermachen. Auf den Weihnachtsmärkten ist alles voller dicker Weihnachtsmänner mit weißen Plastikbärten. Haufenweise Weihnachtsmänner in allen Größen aus Pappe, Stoff oder Schokolade in den Schaufenstern. Sollen die doch mal ran und die Geschenke verteilen. An die glauben die Kinder. Ich hau morgen ab nach Honolulu in die Hängematte. Das werden die zauberhaftesten Weihnachtstage meines Lebens.“

„Schoko- und Pappweihnachtsmänner sollen die Geschenke verteilen? Klar, das klappt bestimmt!“, rief das Wichtelmädchen verärgert.

Das Feuer knisterte. Der Weih… äh -  Mann im schwarzroten Mantel lächelte und summte Süßer die Glocken nie klingen.

Ich kam mir ein bisschen blöd vor, aber ich räusperte mich und flüsterte zögernd, sehr zögernd: „Ähm, Weihnachtsmann...“ Und dann sagte ich erstmal nichts mehr. Ich dachte an Finja und Janik. Nicht, dass sie traurig wären, das wär schon schade, aber noch viel schlimmer wäre das Generve der beiden. Nix wäre mit auf der Couch chillen und zocken. Ich müsste mit ihnen SPIELEN oder so. Mama würde hektisch nach alten Geschenken suchen, sie schnell verpacken und von mir verlangen, in der Zeit mit ihnen Memory zu spielen. Oh, NO!

„Hey, Weihnachtsmann, das kannst du nicht machen. Du kannst nicht einfach abhauen und Ferien machen!“, rief ich.

„Wieso nicht? Machst du doch auch ab heute.“

Der wusste echt alles, unglaublich!

Juhuu, Juhuhuu!“ Goldene Funken flirrten durch die Winterluft. „Nur Einer, hast du gesagt. Nur EINER muss an dich glauben, dann verschiebst du deinen Urlaub. Und er hat ´Weihnachtsmann` gesagt. Dieses pubertierende Bürschchen hat Weihnachtsmann zu dir gesagt“,  jubelte das Wichtelmädchen glücklich. „Nix ist mit Honolulu und Hängematte.“

„Ole, wo bist du? Ole?“, hörte ich plötzlich die Zwillinge rufen.

„Du musst los“, sagten Weihnachtsmann und Wichtelmädchen gleichzeitig.

Sie lächelten. „Erzähls nicht weiter, aber du hast Weihnachten gerettet, flüsterte das Wichtelmädchen fröhlich zum Abschied.


Ich
kann es selbst kaum glauben, aber eure kleinen Geschwister würden euch den ganzen chilligen Weihnachtsabend mit übelstem Jammern versauen, hätte ich den ollen Weihnachtsmann nicht wieder auf Spur gebracht!

Also: Frohe Weihnachten, euch allen!

Weihnachtsgeschichte Seitenanfang

Wir hoffen, dass dir diese  Weihnachtsgeschichte von Antje Jortzik-Paschek gefallen hat.

Kontakt
Link zu uns

 
 







Home