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lustige Weihnachtsgeschichte für die ganze Familie
       Wenn Kühe lachen könnten
von Andrea Schober


lachende KuhIn einem kleinen Ort in Bayern gab es schon seit Urzeiten einen kleinen Bauernhof.  Er lag im Alpenvorland, auf einem kleinen Berg am Waldrand. Es gab dort ein Bauernhaus, wo die Bauernfamilie schon seit vielen Generationen lebte, eine Scheune und Ställe mit Tieren: Schweine, Hühner und Kühe. Bauer Michael liebte seine Tiere. Er ist bewusst nicht an einen anderen Ort gezogen, um seinen Bauernhof zu vergrößern und noch mehr Tiere zu halten. Ihm gefiel es auf dem Berg und seine Tiere hatten es gut bei ihm. Jetzt in der Vorweihnachtszeit kümmerte sich Bauer Michael besonders um seine Tiere. Draußen war es schon sehr kalt und drinnen im Stall gemütlich warm. Die Tiere bekamen oft neues Stroh, damit sie schön weich und trocken darauf liegen konnten. Ja, selbst die Kühe mussten nicht den ganzen Tag auf ihren Beinen stehen. Sie konnten sich hinlegen und ausruhen. 

Heute Nacht hatte es zum ersten Mal richtig geschneit. Das Dach des Bauernhofs war ganz weiß und die Bäume dahinter sahen aus wie gezuckert. Bauer Michael sah aus dem Fenster über die weiß verschneiten Hügel bis auf den Ort hinunter. Es sah alles so ruhig und friedlich aus. Michael wurde ganz weihnachtlich zu Mute und er zog sich schnell seine warmen Wintersachen an, um vor die Tür zu gehen. Seine Schritte knirschten im weichen Schnee und er ging langsam Richtung Kuhstall um nach seinen Tieren zu sehen. Sie lagen auf dem weichen Stroh und kauten genüsslich das Heu, welches ihnen Bauer Michael gegeben hatte. „Den Kühen geht es gut“, freute er sich und fühlte sich glücklich. Aber etwas fehlte noch in diesem Stall auf dem verschneiten Berg mit zufriedenen Kühen. Etwas Musik und ein paar schöne Weihnachtslieder könnten seine Stimmung noch auf die Spitze bringen. Auch hatte er mal gelesen, dass Kühe wohl gerne Musik hören und dann sogar noch mehr Milch geben. Schnell ging er wieder zurück ins Haus und holte ein altes Radio aus dem Keller. Noch ein paar Batterien mussten eingelegt werden und dann funktionierte es wieder. Michael brachte das Radio in den Stall und suchte einen Sender bei dem gerade Weihnachtslieder gespielt wurden. Er setzt sich nieder auf den Melkschemel, der dort stand und träumte von seiner Kindheit. Auch da kam er häufig nach dem Schlittenfahren in den warmen Stall um sich aufzuwärmen. Seine Eltern arbeiteten in den Nachbarställen und er fühlt sich unheimlich geborgen in diesem Stall mit den friedlich kauenden Kühen. Er war so in seinen Kindheitserinnerungen versunken, als plötzlich die Stimme seiner Frau Elisabeth ertönte: „Michael, Frühstück!“ 

Michael stand sofort auf. Er war noch nicht ganz bei der Sache. Trotzdem machte er sich schnell wieder auf den Weg ins Haus. Dabei vergaß er die Stalltüre zu schließen. 

Die Kühe, die im Stall auf dem Boden lagen wunderten sich über die Musik aus dem Radio. „Welch‘ schöner Klang!“ dachte die Kuh Brunhilde.“ So eine Musik hatte sie noch nie im Leben gehört. „Wo kommt sie nur her?“ Obwohl es so gemütlich auf dem Boden war, wurde sie neugierig. Sie kniete sich erst hin und stand dann auf. Auf dem Holzbrett an der Wand sah sie einen viereckigen Kasten, den sie hier vorher noch nicht gesehen hatte. „Was ist das für ein Ding?“ fragte sich die Kuh, ging auf das Radio zu und beschnupperte es mit ihrer feuchten Nase. „Riecht nicht nach Futter!“, stellte sie fest. „Aber klingt wunderschön!“

Als sie so mit dem Kopf direkt vor dem Radio stand, hörte plötzlich die Musik auf. Eine Stimme sagte: „Einen guten Morgen liebe Hörer! Wir möchten unsere weihnachtliche Musik kurz unterbrechen, weil wir es nicht versäumen möchten, Ihnen eine adventliche Veranstaltung anzukündigen. „Heute findet auf dem Grieshof in Schliar eine Adventsfeier statt. Grieshof-Bauer Max Huber lässt ausrichten: Für gutes Essen und warme Getränke ist gesorgt und alle die heute noch nichts vorhaben, sind eingeladen mit uns und unseren Tieren ein paar schöne Stunden auf dem Hof zu verbringen. Wir freuen uns auf Euch!.“

Brunhilde war verwundert: „Was ist das wohl, eine Adventsfeier? Tiere sind auch dabei und gegen gutes Essen habe ich nichts einzuwenden. Das Heu ist auf Dauer ja schon was trocken. Vielleicht gibt es dort saftigen Klee.“

Plötzlich bemerkte sie einen Lichtstrahl, der von draußen hell in den Stall hinein leuchtete. 

Sie schaute zur Tür und merkte, dass die Stalltür ein Stück weit offen stand. „Oh, der Bauer hat sie vergessen zu schließen!“, dachte Brunhilde und hatte schnell einen Plan im Kopf.  Sie wandte sich an ihre Kuh-Freundin Alma, die scheinbar nichts von der Radio-Meldung mitbekommen hatte und muhte ihr etwas ins Ohr. Sofort stand auch Alma auf. Sie gingen hintereinander Richtung Stalltür und waren dann schon auf der verschneiten Wiese vor dem Bauernhof. „Was für eine Kälte!“ muhte Alma. Aber nur ganz leise. Der Bauer sollte es ja nicht hören. Tapfer stapften die zwei Kühe Richtung Forststraße, die sie vom Sommer her kannten. Sie war nicht mehr ganz so verschneit, wie die Wiesen nebenan, weil dort schon einige Autos entlang gefahren waren. Die beiden Kühe gingen Richtung Tal, wo die Menschen wohnten. „Weißt Du denn, wo der Grieshof ist?“, fragte Alma ihre Freundin. 

„So genau nicht,“ gestand Brunhilde, „aber es sind ja alle eingeladen. Wir müssen also nur den vielen Menschen und Tieren im Dorf folgen!“

Der Weg ins Tal zog sich lange hin. Die Straße war sehr kurvig und an manchen Stellen von den Autospuren sehr glatt. So konnten die beiden Kühe nicht besonders schnell laufen.
Endlich waren sie doch im Dorf angekommen. 

Alma schaute sich um. „Hier ist ja gar nichts los!“ sagte sie zu Brunhilde. Wo sind denn die anderen Besucher der Adventsfeier? Na, dann können wir wohl alles alleine aufessen!“ scherzte sie. Sie spazierten weiter durch den Ort. Brunhilde meinte: „Mich friert so sehr und großen Hunger habe ich jetzt auch schon! Wo ist nur der Grieshof?“ Alma hatte Durst. Doch das Bächlein, das an der rechten Straßenseite entlang lief, war zugefroren. „Was machen wir denn jetzt?“ fragte sie ratlos. 

Sie gingen weiter und weiter bis sie das Dorfende schon vor sich sahen. „Keiner geht hier zur Adventsfeier!“ stellte Brunhilde fest. Als das letzte Haus des Dorfes hinter ihnen lag, sahen sie plötzlich Lichter. Ein großes Haus stand auf einer kleinen Anhöhe und war mit Lichterketten geschmückt, die leuchteten. 

„Schau mal das Haus da!“ sagte Alma. „Dort ist es. Das ist bestimmt der Grieshof!“ „Lass uns schnell hingehen.“ rief Brunhilde, „Mein Bauch knurrt schon ganz laut!“ Die beiden Kuhdamen marschierten los. Als sie näher kamen, sahen sie immer noch niemanden, der wie sie auf dem Weg dorthin war. Mit letzter Kraft stiegen sie einen schmalen Pfad zum erleuchteten Haus hoch. Jemand musste schon vor ihnen dort hinauf gegangen sein. Es waren Spuren im Schnee zu sehen. Brunhilde rutschte immer mal wieder ab und stöhnte: „Hoffentlich sind wir gleich da!“ Alma kaute derweilen etwas Schnee um ihren Durst zu stillen. Endlich waren sie oben.

Es schien tatsächlich ein Bauernhof zu sein. Das Tor stand offen und Brunhilde und Alma gingen hindurch. Sofort ging ein weiteres Licht an, dass den ganzen Innenhof beleuchtete. Die beiden Kühe schauten sich um. Nur ein großer geschmückter Tannenbaum stand dort. Kein Fest,  kein Essen und niemand war zu sehen. Plötzlich ging eine Haustür auf und ein Mann kam heraus. Als er die Kühe sah, wunderte er sich. „Ja, was macht denn ihr hier?“ fragte er die Kuhdamen sichtlich erstaunt, ohne zu wissen, dass sie ihn verstanden. „Es ist doch viel zu kalt hier draußen für Euch!“ Brunhilde und Alma waren durchgefroren bis auf die Knochen. 

Der Bauer machte eine Stalltür auf und ließ beide hinein. Es war angenehm warm hier und es gab Heu zu fressen und Wasser aus einer Wanne. Brunhilde fraß sofort los und fand es schmeckte vorzüglich. Dann holte der Bauer zwei riesengroße Wolldecken und legte sie den Kühen über den Rücken. Er schaltete das Licht vom Weihnachtsbaum an und brachte ihnen noch ein paar Äpfel, die sie sonst nur im Herbst auf der Wiese fanden. 

Plötzlich kamen zwei Kinder aus dem Haus. Sie tanzten um den Weihnachtsbaum und sangen ein paar Weihnachtslieder. 

„Wo kommen denn die zwei Kühe her? Die sind doch nicht von uns.“ fragte der Junge den Vater. „Die müssen irgendwo ausgebüxt sein!“, antwortete dieser. „Ihr armen Kühe! Ihr müsst ja ganz schön gefroren haben.“, meinte das Mädchen und streichelte ihnen über den Kopf.“

Der Junge setzte sich zu ihnen und fing an mit ihnen zu reden. „Ich bin auch schonmal von zu Hause abgehauen. Meine Mutter wollte, dass ich ihr beim Geschirr abtrocknen helfe und da bin ich weggelaufen. Ich habe mich bei meinem Opa im Gartenhäuschen versteckt.  Den ganzen Nachmittag habe ich dort gesessen und war wütend, dass ich immer so blöde Hausarbeit mitmachen muss. Gegen Abend kam dann plötzlich der Opa rein und hat mich gefunden. Er sagte, meine Eltern suchen mich überall und sind schon ganz traurig! Als sie mich dann abholten, hat mich meine Mutter in den Arm genommen und vor Freude geweint. Seitdem bin ich nicht mehr fortgelaufen und ich habe es meiner Mutter immer erzählt, wenn mir etwas nicht gefällt.“ Die Kühe dachten im Stillen: „Oh je, wahrscheinlich sucht uns unser Bauer auch schon. Wir hatten es ja sehr gut bei ihm. Wir müssen uns gleich mal auf den Heimweg machen, damit er sich nicht auch so große Sorgen macht!“ Schon wollten sie den Stall verlassen, als ein Auto mit Anhänger auf den Hof gefahren kam. Brunhilde und Alma kannten den Mann, der ausstieg. Es war ihr Bauer Michael. Beide Kühe hätten vor Freude fast einen Luftsprung gemacht. 

Michael ging zu dem anderen Bauern und sagte: „Griaß di, Franzl! Mia woidn grod zua Adventsfeia noch Schliar zum Grieshof fahrn. Des is 30 km entfernt. Do hom mia bemerkt dass zwoa Kia weg san.“
( Übersetzung: Grüß Dich, Franzl! Wir wollten gerade zur Adventsfeier nach Schlier zum Grieshof fahren. Das ist 30 km entfernt. Da haben wir bemerkt, dass zwei Kühe weg sind)

Bauer Franzl erwiderte:„Jo de zwoa hom aa oan Ausflug gemacht!“
(Übersetzung: Ja die zwei haben auch einen Ausflug gemacht!)

Dann kam Michael zu Brunhilde und Alma. Er sagte: „Taxi meine Damen! Ich hoffe, Sie hatten einen schönen Adventsausflug!“

Wenn Kühe lachen könnten, sie hätten es jetzt sicher getan. 

 

 

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