Der Schneemann vom Schneemannsland

Anneliese Kranzberger

Die Geschichte „Der Schneemann von Schneemannsland“ ist eine längere Weihnachtsgeschichte für Kinder ab 6 Jahren. 

Schneemann vom Schneemannsland

„Gleich geht’s los!“, rief der Schneekanonenmeister den jungen Schneemännern zu, die schon in einer langen Reihe hinter der Schneekanone ungeduldig warteten. Sie alle hatten sich heute im Ankleidehaus besonders herausgeputzt.  „Eispalast“ nannten sie es, weil es aus großen Eisblöcken erbaut war. Über fünf Stockwerke verteilt fanden dort die Schneemänner alles was ihr Herz begehrte.
Von den alltäglichen Kopfbedeckungen, wie Eimer und Töpfen abgesehen, gab es dort auch Hüte, Mützen und Kappen in allen Formen und Farben. Gleich so viele, dass man sie nicht mehr zählen konnte. Auch schöne Schals und Tücher gab es dort. Genauso unzählbar viele! Ebenso Besen!

Aus verschiedenen Materialien, wie Reisig, Rosshaar, Borsten, Stroh oder Kunsthaar waren sie gefertigt. Natürlich gab es dort auch Karottennasen, sogar solche die mit Gold, Silber oder Perlen besetzt waren. Ebenso kistenweise Knöpfe in allen Farben, Größen und Macharten. Darunter natürlich auch die altbewährten Kohlestückchen, die immer wieder gerne von Schneemännern getragen wurden. Besonders dann, wenn sie ganz toll glitzerten. Und weil die Einkleidetage zuweilen sehr anstrengend sein konnten, gab es dort auch die Möglichkeit, sich in den farbenfrohen Eiszapfenzimmern, bei einem Eistee auszuruhen. Das war schon eine tolle Sache, fanden die Schneemänner.

„Ich bin jetzt soweit! Bitte aufsteigen!“, rief der Schneekanonenmeister dem ersten Schneemann in der Reihe zu und legte eine große Schneekugel in die Schneekanone.

Für die jungen Schneemänner war es die erste Reise ins Menschenland und alle erhofften sie sich davon, dass sie mit einem Herzen voller Liebe zurück kommen würden.

„Die Arme bitte an die Seiten pressen, die Augen schließen und geschlossen lassen, einmal kurz durchatmen und los geht es. Viel Erfolg im Menschenland!“, rief der Schneekanonenmeister, während er den Spannungshebel löste und schwuppss…. zzzisch…. der Schneemann blitzschnell durch die Luft flog und verschwand.

„Und der nächste bitte!“, rief der Schneekanonenmeister.

Darum ließ sich auch der zweite junge Schneemann nicht lange bitten. Auch er legte sich auf die Schneekanone, presste die Arme an die Seiten, schloss die Augen und hielt sie geschlossen, atmete kurz durch und schon…… schwuppsss….  zzzisch…. flog auch er durch die Luft und verschwand.

So rief der Schneekanonenmeister immer wieder „Der nächste bitte!“ und „Der nächste bitte!“, solange bis auch der letzte junge Schneemann seinen Flug in die Menschenwelt angetreten hatte. Zu diesen jungen Schneemännern gehörte auch Schneellii. Schneellii mit zwei E, zwei L und zwei I geschrieben. Warum? Weil diese Schreibweise  im Schneemannsland so üblich war. Darum!

Schon sehr zeitig war Schneellii an diesem Tag im Eispalast unterwegs um sich besonders chic einzukleiden. Bald fand er auch das richtige für sich. So war es ein flauschiger regenbogenfarbener langer Wollschal, ein schwarzer klassischer Zylinder, eine schöne gerade gewachsene Karotte, deren Farbe so leuchtend orange war, wie keine der anderen Karotten, die er sich anzog. Halbrunde dunkelrot glänzende Knöpfe mit  einem  Hauch  Goldstaub  und  einen  Besen aus feinem Rosshaar mit einem Stiel aus edlem Mahagoniholz waren die i-Tüpfelchen seiner Ausstattung.

„So kann ich mich sehen lassen!“, lobte er sich selbst, als er sich im Spiegel betrachtete. „So einen Schneemann will doch sicher jeder vor seinem Haus stehen haben!“

Von dem Flug ins Menschenland bekam Schneellii nichts mit. Als er die Augen öffnete befand er sich auf einen großen Platz. Rechts, links, vorne und hinter ihm hasteten die Menschen an ihm vorbei. Riesige Wolkenkratzer mit abertausenden Fenstern ragten um ihn herum in den Himmel und aus allen Richtungen kommend hörte er Motorenlärm.

Schneellii hatte kein gutes Gefühl. Das war schlecht! Er fragte sich, ob das hier wohl der richtige Ort ist, um zu einen Herzen voller Liebe zu kommen! Denn, wirklich nur vereinzelt kam es vor, dass jemand einen Blick auf ihn warf. Er wurde sogar mit Blicken bestraft die ihm deuteten: „Was stehst du denn hier so unnütz herum!“ Das war nicht erbaulich. Er brauchte doch die ganze Aufmerksamkeit und Freude der Menschen, um zu einem Herzen voller Liebe zu kommen.

Doch es schneite! Was ihn etwas milde stimmte. Viele große Schneeflocken fielen vom Himmel.

Doch, als ein Mann mit seinen Rucksackschnallen seinen Regenbogenschal einfädelte und sich nur sehr verärgert davon wieder befreite beschloss er, von hier zu verschwinden. Er musste doch nur an seiner Karottennase drehen.

„Aber nur zweimal habt ihr so die Möglichkeit, an einen anderen Ort zu fliegen!“, ermahnte der Schneekanonenmeister alle Schneemänner. Doch ein Herz voller Liebe zubekommen, war der Wunsch aller Schneemänner vom Schneemannsland, denn dann hatten sie freien Zugang ins Schloss der Glückseligkeit. Und das bedeutete, dass man dort mit Liebe überschwemmt wurde und diese Liebe weiter geben konnte. Gab es etwas Schöneres, als das zu tun!  Deshalb  drehte  Schneellii nun auch solange an seiner Karottennase bis er wieder flog und verschwand.

Als er die Augen öffnete stand er in einem großen Garten. Umgeben von Bäumen, Sträuchern und Büschen die eingepudert waren mit Schnee. Auch ein Haus stand dort, dessen Dach bedeckt war mit einer dicken Schneehaube. Auch die vielen Blumen vor und auf der Terrasse hielten zurückgeschnitten unter einer weichen Schneedecke ihren Winterschlaf. Schneellii war begeistert davon.

Aber bald musste er feststellen, dass er alleine war. Er sah keine Menschen weit und breit. Aber er brauchte doch Menschen, die sich darüber freuten, dass er hier stand. 

„Wo sind sie nur?“, fragte er sich.

Hätte er sich von der Stelle bewegen können, wäre er auf die Suche nach ihnen gegangen. Aber dazu war er im Menschenland nicht in der Lage. Und er hatte nur noch einmal die Möglichkeit an seiner Karottennase zu drehen um wieder fort fliegen zu können.

Eine Weile überlegte er noch, ob er es tun sollte, als plötzlich mehrere Autos hintereinander die Auffahrt zum Haus hochgefahren kamen und davor hielten. 

Gleich darauf gingen die Lichter ihm Haus und dann auch die Außenbeleuchtungen  auf   der   großen  Terrasse  und  schließlich  die vielen Lichterketten an den Bäumen und Sträuchern an.

Schneellii war überwältigt und freute sich. „Hier sind ja doch Menschen!“, und hatte nun auch keinen Zweifel mehr daran, am richtigen Ort zu stehen, um ein Herz voller Liebe zu bekommen. „Hier kann mich jeder sehen, der mich sehen will! Ich muss jetzt nur warten! Einfach nur warten!“

Es  kamen  immer  mehr  Menschen  zu  dem Haus. Sie  versammelten sich im Haus, aber vor allem auf der großen Terrasse. Lautes Gerede und Gelächter war zu hören. Gerüche von Gebratenem und warmen Getränken  lagen  in der Luft. Die Menschen wurden immer fröhlicher, gingen von einem zum Anderen. Begrüßten sich herzlich, lachten und redeten und redeten. Sie kamen auch herunter in den Garten. Gingen dicht an Schneellii vorbei. Schneellii`s Herz klopfte bis unter seinen Zylinderhut.

„Gleich werden sie mich auch mit Freuden begrüßen!“, nahm er an. Doch dem war leider nicht so! Denn keiner von ihnen beachtete ihn. Nicht einmal flüchtige Blicke hatten sie für ihn übrig. Nicht einer war unter ihnen, der ihm sagte, was für ein schöner Schneemann er sei.

Gerne hätte er durch rufen oder durch klopfen auf ihre Schultern auf sich aufmerksam gemacht. Aber sie konnten ihn ja nicht hören und auf sich aufmerksam machen war ihm untersagt. Das verstieß gegen die Regeln, um zum Herzen voller Liebe zu kommen. Er war so traurig darüber und wieder so so so enttäuscht von den Menschen.

„Ich bin nur Luft für sie!“, schluchzte er.

Aber er hatte doch noch einmal die Möglichkeit an einen anderen Ort zu fliegen, indem er wieder an seiner Karottennase drehte. Hatte er es vergessen? Nein! Hatte er nicht! Jetzt fiel es ihm wieder ein und  sofort wischte er die Tränen fort, richtete sich auf und begann hastig an seiner Karottennase zu drehen. Immer schneller und schneller drehte er sie, bis er wieder flog und verschwand.

Er  war  die ganze  Nacht geflogen und am Morgen stand er wieder an einem anderen Ort. Aber er hielt die Augen geschlossen. Er hatte Angst vor einer erneuten Enttäuschung, denn dann musste er ohne einem Herzen voller Liebe ins Schneemannsland zurück kehren.

„Aber  ich  muss  die  Augen öffnen, sonst kann ich nicht sehen wo ich gelandet bin!“, sagte er sich schließlich und rieß die Augen weit auf. Und was er dann vor sich sah, war gar nicht so schlecht.

Er sah einen kleinen Berg der bedeckt war mit weichem weißen  Pulverschnee. Auf  seiner  Spitze stand  ein  kleines windschiefes Holzhäuschen, dessen Dach eine dicke Schneehaube trug. Schaute er  nach rechts und nach links, sah er viele Häuser die in langen Reihen dort standen. Er sah auch Straßen. Viele breite und schmale Straßen. Blickte er dann näher um sich, standen dort große Bäume und noch mehr von diesen windschiefen kleinen Holzhäuschen. Sie standen auf kleinen Hügeln. Einige konnte man über Hängebrücken erreichen andere, wenn man durch einen Tunnel krabbelte. Auch viele Klettergerüste aus Holz und Seilen gab es dort. Und sogar ein Karussell mit Tierfiguren, ein großes Piratenschiff und einen Seilgarten entdeckte er  am anderen Ende des Spielplatzes.

Ein Spielplatz! Schneellii befand sich auf einen Spielplatz. Aber er wusste das nicht. Woher auch! Im Schneemannsland gab es keinen Spielplatz. Doch er war mehr und mehr begeistert von allem was er sah. Als er dann auch schon einige Menschen die Gehwege entlang  liefen, begann sein Herz zu klopfen. Und, als dann schließlich eine Horde wild ausgelassener Kinder auf den Spielplatz gerannt kam, war er vollends überzeugt davon, nun am richtigen Ort zu sein. Aber er bekam auch einen Schrecken, denn die Kinder liefen direkt auf ihn zu.

„Halt! Halt! Bleibt doch stehen! Seht ihr mich denn nicht!“, wollte er schon rufen, als sie aber plötzlich alle vor ihm stehen blieben. Aber sie hätten ihn sowieso nicht  hören können.

Eines der Kinder rief. „Ein Schneemann! Der ist aber schön!“

„Groß  ist  er  auch! So  einen  großen Schneemann  könnte  ich  nicht bauen,“ meinte ein kleiner Junge mit roten Haaren. „Aber mein großer  Bruder  könnte so einen bauen. Der ist nämlich genauso groß.  Vielleicht hat er ihn sogar gebaut. Er war schon oft mit mir hier auf den Spielplatz!“

„Ich habe auch einen großen Bruder. Der kann auch einen großen Schneemann bauen!“, erwiderte ein Mädchen.

„Meine große Schwester auch!“, meldete sich ein anderer Junge. „Mein Papa kann noch einen viel größeren Schneemann bauen!“, schrie eines der Kinder und alle drehten sich nach ihm um, weil es ganz hinten stand.

„Jetzt ist es aber gut!“, meinte die Frau die bei ihnen war. „Es ist doch egal welcher Bruder oder Papa den größten Schneemann bauen kann. Seht ihn euch doch lieber mal genauer an. Er ist nämlich wirklich ein besonders hübscher Kerl. Meint ihr nicht!“

„Sein langer bunter Schal gefällt mir am Besten“, ging eines der Kinder gleich auf ihren Vorschlag ein.

„Mir gefällt der Hut!“, sagte ein Junge.

„Das ist  ein Zylinder!“, erklärte  die  Frau. „Er  wird  nur  zu besonders festlichen Anlässen getragen. Vielleicht  hat Derjenige  der  ihn gebaut hat ihn deshalb so schön eingekleidet, weil bald Weihnachten ist und wir den Geburtstag von Jesus feiern. – Aber auch viele Zauberer tragen einen Zylinderhut. Vielleicht habt ihr schon mal einen gesehen, der dann aus ihm ein Kaninchen hervor zaubert!“

„Darf ich ihn auch mal aufsetzen!“, fragte ein Kind spontan.

„Ich glaube der sitzt ganz fest auf seinen Kopf!“, riet die Frau davon ab, während ein anderes Mädchen an ihn heran trat und auf seine Knöpfe tippte und meinte.

„Die glitzern so schön! Das sind sicher Zauberknöpfe!“

„Sie sind wunderschön!“, sagte die Frau. „Aber ob es Zauberknöpfe sind, dass weiß nur er!“

„Gut!“, sagte das Mädchen und fragte ihm gleichen Atemzug.

„Darf ich ihn mit nach Hause nehmen?“

„Ich glaube, das ist keine gute Idee“, meinte die Frau. „Er will es doch immer kalt haben und bei dir Zuhause ist es ihm bestimmt zu warm! – Und es kommen auch noch andere Kinder auf den Spielplatz die ihn auch sehen wollen!“

„Dann  gehe  ich jetzt Schlitten fahren!“, sagte das Mädchen, als hätte es gar nicht danach gefragt. 

„Ja, lasst uns jetzt Schlitten fahren!“, riefen auch die anderen Kinder.

Schneellii aber wusste gar nicht mehr wohin mit seiner Freude. Er hätte Purzelbäume schlagen können.

„Wollte mich nicht eines sogar mit nach Hause nehmen? – Ich freue  mich soooo! Jetzt kann ich mit einem Herzen voller Liebe zurück ins Schneemannsland! Ich kann es gar nicht erwarten!“

Aber er musste schon noch warten und zwar bis Mitternacht. Erst um diese Zeit war der Sternschlitten vom Schneemannsland unterwegs, um die Schneemänner, mit einem Herzen voller Liebe wieder nach Hause zu bringen.

Um Mitternacht hielt Schneellii eifrig Ausschau nach dem Sternschlitten. Er durfte ihn auf gar keinen Fall verpassen. Er war nämlich sehr schnell unterwegs und man musste seine Augen offenhalten, um sein rotes Blinken zu sehen.

Aber Schneellii übersah es nicht, denn plötzlich schrie er.

„Da bist du ja endlich!“, und sofort zog er ganz fest an seiner Karottennase, dass sie fortwährend gelb aufblinkte.

Als der Sternschlittenfahrer das Blinken sah, machte er unverzüglich eine scharfe Kehrtwendung und flog spiralförmig auf Schneellii zu. Vor ihm schaltete der den Gang zurück und zog dann die Bremse so fest, dass viele Sternchen unter seinen Kufen aufblitzten, bevor er den Motor ausschaltete.

Der Mann vom Mond, mit seiner ewig langen roten Zipfelmütze und seinen weiten blauen Samtsternenmantel war der Sternschlitten-fahrer. Diese Aufgabe machte ihm großen Spaß, denn so konnte er seinem täglichen Mondalltag entfliehen.

„Du siehst so glücklich aus!“, begrüßte er Schneellii. „Hattest du Erfolg?“ „Aber  ja  doch!“,  juchzte  Schneellii  und  strahlte  über  sein  Schneemannsgesicht. „Ich habe jetzt ein Herz voller Liebe! Ich freue mich so so so so!!! – Bringst du mich jetzt nach Hause!“ „Natürlich! Steig ein!“, sagte der Mann vom Mond und machte vor Schneellii einen gekonnten Diener.

Während der Mann vom Mond hinter dem Steuer auf dem Schlittenbock saß, hatte es sich Schneellii auf den weichen bunten Kissen im Schlitten bequem gemacht.

Sehr schnell ging die Fahrt voran und schon bald fuhren sie durch ein Wolkenmeer, dass umwoben wurde von abertausenden Glitzer- steinen. Weiter ging es dann im Slalom an den vielen Sternen vorbei und  schließlich  die  Milchstraße  entlang.  Danach  fuhren  sie noch über zig Eishügeln, bergauf und bergab und schließlich durch einen gigantischen Eiskanal, der von unzähligen kleinen rötlichen Sternchen erleuchtet wurde. Am Ende dieses Tunnels glitten sie dann nur noch auf einem spiegelglatten Eiskristallfluss dahin, bis sie dann nach einer Flusskrümmung vor dem funkelnden Eingangsportal ins Schnee-mannsland ankamen.

Der Mann vom Mond zog wieder die Bremse so fest, dass abermals Sternchen unter den Kufen aufblitzen.

„Wir sind da! Bitte aussteigen!“, rief er und drehte sich nach Schneellii um.

Schneellii     stieg     noch     ganz     benommen,     von   dieser    außer gewöhnlichen Heimreise, aus dem Sternschlitten aus. Nach einem kurzen Abschiedsgruß fuhr der Mann vom Mond wieder davon.

Schneellii zog nervös an der großen goldenen Schneeflocken-Glocke am Eingangsportal. Sofort öffnete sich die große Flügeltür und dahinter warteten schon viele Schneemänner auf ihn.

„Herzlich willkommen Zuhause!“, riefen sie alle und einer kam auf ihn zu und sagte: „Du hast nun ein Herz voller Liebe. Das freut uns sehr. Du hast nun Zutritt zum Schloss der Glückseligkeit und kannst Liebe verschenken soviel du willst!“

„Danke!“, sagte Schneellii. „Dann will ich das gleich mal tun!“

Das Schloss der Glückseligkeit war viereckig. Seine Eismauern waren verziert mit abertausenden Eisblumen, die mit Perlen in allen Farben besetzt waren. Ihr Glanz war einzigartig und strahlte weit über das Schneemannsland hinaus.

Schneellii betrat durch die Eisblocktür die Eingangshalle. Als er durch sie hindurch schritt, schneite  es  rote Rosenblätter. Sie  waren  ein Willkommens-Gruß  und  die  Bestätigung, dass  er nun für immer ein Schneemann, mit einem Herzen voller Liebe sein werde.

Auch hier waren die Eismauern mit unzähligen Eisblumen verziert. Doch es standen auch überall Blumentöpfe aus Schnee, aus denen jede Menge  Schneeblumen  mit  glasklaren  Sternenblüten  wuchsen. Jede Blüte hatte ein rotes Diamantenauge. Ihre Pracht war einfach unbeschreiblich.

Schneellii ging auf dem breiten glitzernden Schneepfad, der spiralenförmig nach oben führte, entlang. Immer wieder schaute er dabei über das gitterartige Eisgeländer hinab in den kreisrunden Innenhof  des   Schlosses. Von  dort  ragte  ein  gewaltiger   sternenbebesetzter Schneepfeiler in die Höhe, auf dessen Ende ein goldenes übergroßes Fernrohr über das Schloss hinausragte.

Schneellii beeilte sich nun nach oben zu kommen. Er wollte endlich mit diesem Fernrohr auf die Erde schauen und seinen ersten  Liebespfeil verschicken.

Dann endlich,  dort  angekommen  atmete  er  tief  durch  und   fasste sich mit einer Hand ans Herz. Schließlich sah er aufgeregt  durch das Fernrohr. In welche Richtung er es auch drehte, er sah alle Länder, alle Städte, alle Dörfer, ja jeden einzelnen Menschen auf der Erde. Er sah aber auch all ihren Kummer und Schmerz und all ihre Angst und Lieblosigkeit.

„Hier kann ich viel Gutes tun! Also fange ich gleich mal damit an!“, und er machte es so, wie man es ihm gesagt hatte.

Er nahm einen Liebespfeil aus dem goldenen Weidekorb der neben ihm stand und legte ihn in die Abschussröhre auf dem Fernrohr. Jetzt musste er nur noch auf den Abschussknopf drücken und der Liebespfeil machte sich auf den Weg zur Erde.

Mit großen Erwartungen drückte er schließlich auf den Knopf. Blitzschnell flog der Pfeil davon und er hatte sein Ziel erst erreicht, wenn sein ganzer Körper kribbelte vor Freude. 

Das war dann auch so!

Schneellii war überglücklich!



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